Gefallene Engel, gefallene Träume...

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Die Grafik

Oublié. Sie öffnete ihre klaren, blauen Augen. Oublié. War jemand in ihrem Zimmer? Oder war es nur eine Stimme in ihrem Kopf? Oublié. Vorsichtig stetzte sie sich auf und schaute sich misstrauisch um. Oublié. Das Zimmer war leer. Eine Brise stich durch das Zimmer und die wießen Vorhänge wehten leicht. Oublié. Oublié. Oublié. Sie hielt sich die Ohren zu um diese Stimme, dieses Wort nicht mehr zu hören. Oublié. Es war also niemand im Raum. Sie hörte die Stimme immernoch klar und deutlich. Langsam ließ sie sich aus dem Bett gleiten und ging zum Fenster um es zu schließen. Unten in der Straße war viel los. Passanten tummelten sich um Ladenfenster, Autos versuchten verzweifelt einen Parkplatz zu finden, ein Junge versuchte Zeitungen zu verkaufen. Sie war sich nicht sicher was sie überhaupt wusste. Ihren Namen? Sie konnte sich nicht erinnern. Wo sie war? Sie konnte sich nicht erinnern. Was passiert war? Sie konnte sich nicht erinnern. Nichts. Ihr Kopf war gedankenleer, aber es fühlte sich gut an wie es war. Als hätte sie vorher eine Zeit gehabt, in der ihre Gedanken sie gequält haben, wie Migräne. Einfach leer. Ein Sonnenstrahl tastete sich über ihr Gesicht und wärmte es angenehm. Wie viel Uhr es wohl war? Sie drehte sich um, zu ihrem Bett. Auf einem Nachtisch lag eine Armbanduhr. Sie war sehr hübsch. Silbern, einfach und elegant. Sie nahm sie vom Tisch und legte sie an. Sie passte. Aber sie glaubte trotzdem nicht das es ihre war. Vielleicht ein sechster Sinn, oder einfach nur Blödsinn. Wer konnte das schon sagen. Zehn vor zehn. Spät, für einen Morgen. Montag, Freitag, Samstag, ganz egal. Ihr fiel auf das sie nur ein dünnes Nachtkleid trug. Neben dem Bett stand ein großer, alter, weißer Eichenschrank. Sie öffnete ihn – aber er war leer. Nichts war drin. Keine Schuhe, kein Kleid, nichts. Stirnrunzeld drehte sie sich um. In der anderen Ecke des Raumes stand nur ein Tisch mit ein paar Stühlen. Aber auf dem Tisch, lag ein weißes Kleid. Nicht zusammengelegt, aber ordentlich, alles hätte es jemand zurecht gelegt. Vielleicht sogar sie selbst. Sie fand es seltsam, dass es ihr nicht komisch vorkam. Das Kleid war wirklich schön. Es war eng geschnitten, ging bis fast zu den Knien und hatte dünne Spaghetti Träger. Auch das Kleid war elegant und sie fühlte sich wohl darin. Weißer Raum, weißes Kleid, nackte Füße. Sie warf ihre langen blonden Haare zurück und überlegte was sie tun sollte. Sie entschied sich schnell dafür den schönen Tag draußen zu verbringen. Sie öffnete die Tür und zuckte nicht mal mit der Wimper, als plötzlich ein großer, vermummter Mann in der Tür stand. Vielleicht hätte sie zusammen zucken sollen, sich fürchten oder wenigstens erschrecken sollen. Aber alles um sie herum war so friedfertig, und hatte eine starke beruhigende Wirkung auf sie. Der Mann sah sie durchdringend an, und sie meinte in seinen auffallenden Augen Härte zu sehen. Oder Verbitterung? Sie lächelte ihn an.

„Hallo. Wer sind sie?“ sagte sie mit sanfter, freundlicher Stimme.

„Hah.“ Schnaubte er verächtlich.

„Welch Ironie. Die Hexe hat sich selbst verhext.“ sagte er mit langsamer, rauer Stimme.